JF. Carthaus - für die Region seit 1852

  • 1852 Joseph Franz Carthaus besteht die Buchdrucker-Meisterprüfung und wird von der Kölner Polizeidirektion „zum selbständigen Betrieb des Buchdruckergewerbes hinreichend befähigt befunden“.

  • Mit einem Kredit von 1000 Talern, die ihm der Schwager seines Großvaters gewährt, kauft Carthaus eine eiserne und eine hölzerne Druckerpresse, dazu noch die nötigen Schriften und andere Geräte. Nach dem Erhalt der vorgeschriebenen Konzession, eröffnet der damals 28jährige am 29. Juni sein Geschäft. Carthaus‘ Spezialgebiet sind der Druck von philologischen und historischen Texten, die Aufträge kommen hauptsächlich von der nahegelegenen Universität. Doch auch die Stadt Bonn und die Bürgermeistereien des Umlands vertrauen auf die Qualität und das Können des Jungen Franz Carthaus.

  • 1869 Carthaus findet seinen Platz unter der Konkurrenz der drei anderen in Bonn ansässigen Druckereien, sodass er den erwirtschafteten Gewinn in die Verbesserung und Erweiterung seiner Anlagen investiert. Bald ist er im Besitz zweier Schnellpressen und einer Dampfmaschine.
  • 1870 Die alten Räumlichkeiten reichen nicht mehr aus. Mit dem Kauf des Hauses in der Stiftsgasse 7 wird die Druckerei zu einem mittelgroßen Bonner Betrieb.

  • 1871 Die Früchte seines Erfolges kann Joseph Franz Carthaus nicht lange genießen. Am 7. August stirbt der 47jährige.

  • 1875 Nach dem Tode ihres Mannes übernimmt Clara Carthaus die Geschäfte der Druckerei und bringt 1875 die erste Ausgabe des „Bonner Tageblatts“ heraus. Mit Nachrichten aus der ganzen Welt, einem Lokalteil, Wirtschaftsmeldungen, kirchlichen Nachrichten und einem Fortsetzungsroman, begeistert das Bonner Tageblatt schnell die Bonner Leser. Es behauptet sich 16 Jahre lang am Markt.

  • 1882 Die Druckerei zieht von der Stiftsgasse in die Remigiusstraße. 20.000 Mark schwer ist diese Investition in das Haus mit Hinter- und Nebengebäuden. Die Lage in Uni-Nähe entpuppt sich als zukunftsweisend: Mit einem eigenen Druckereigebäude im Hof und einem großen Ladenlokal im Vorderhaus, katapultiert Clara Carthaus die Druckerei zu einem der größten Unternehmen in Bonn.

  • 1886 geht die Unternehmensführung an die drei Brüder Joseph, Mathias und Peter über. Das Unternehmen hat schon bald den Ruf, selbst schwierigste Druckaufträge ausführen zu können und spezialisiert sich auf Buch- und Kunstdruck, eine Buchbinderei und die „Lithographische Anstalt und Steindruckerei“, für den hochwertigen Druck lebensnaher Illustrationen.

  • 1887 Carthaus erschließt ein weiteres lukratives Geschäftsfeld und eröffnet am 6. Juni das „Papier- und Schreibwaaren-Geschäft“ (so die damalige Schreibweise) in der Remigiusstraße. Auch hier erweist sich die Nähe zum Universitätsgebäude sowie die wachsende Zahl an Büros in der Innenstadt als klarer Vorteil. Neben „aller Sorten von Schreibmaterialien“, „feinen und modernen Luxusparieren“, finden sich auch Monogramm-Prägungen, Gratulationskarten und „Galanteriewaren“ wie Tücher, Fächer und Schmuck im Angebot des Geschäfts.

  • 1900 im April erscheint das erste „Adress-Buch der Stadt Bonn und der umliegenden Gemeinden“ und legt einen weiteren Grundstein zum bis heute gültigen Markenzeichen der Firma Carthaus. Im Adressbuch sind nicht nur die Namen, Adressen und Berufe der hiesigen Bevölkerung zu finden. Es besitzt auch eine alphabetische Liste aller Straßen, Gassen und Plätze sowie Angaben zu den in der Stadt ansässigen Behörden und ihrer Mitarbeiter.

  • Im selben Jahr noch erscheint das „Bonner Bürgerbuch“, in welchem sich eine Sammlung aller städtischen Verordnungen auch weitere hilfreiche Informationen wie die Konditionen zum Bezug von Gas und Elektrizität finden lassen.

  • 1918 Die Druckerei erhält das Prädikat als „Hofbuchdruckerei“ des Hauses Schaumburg-Lippe.

  • 1936 Robert Carthaus, Geschäftsführer seit 1933, gelingt ein zukunftsweisender Coup: In Zusammenarbeit mit der „Deutschen Reichspostreklame Berlin GmbH“, Bezirksregierung Köln, beginnt das Unternehmen mit der Herausgabe der Telefonbücher für Bonn und Bad Godesberg. Die beiden „Fernsprech-Teilnehmer-Verzeichnisse“ erscheinen jährlich. Telefonbücher für Königswinter, Bad Honnef, Merten, Bornheim, Meckenheim und Rheinbach folgen schnell.

  • 1944 Ein Bombenangriff am Vormittag des 18. Oktober zerstört große Teile Bonns. Auch das Firmengebäude wird von Spreng- und Brandbomben schwer getroffen.

  • 1948 Während der Gründung der Bundesrepublik Deutschland druckt Carthaus das Besatzungsstatut und die englische Übersetzung des neuen Grundgesetzes. Auch für die auf dem Petersberg residierende Alliierte Hohe Kommission übernimmt das Unternehmen die Herstellung hochwertiger Papierwaren.

  • Auch die neue Regierung sichert sich die Dienste der alteingesessenen Bonner Druckerei. So druckt Carthaus u.a. die Visitenkarten und Briefbögen für Bundeskanzler Konrad Adenauer, der schon bald zum Stammkunden im wiederaufgebauten Schreibwarengeschäft wird. Auch die ansässigen Bonner Botschafter vertrauen auf die Qualität aus dem Hause Carthaus.

  • 1971 Die Firma Carthaus wächst und wächst. Bald ist für die Druckerei kein Platz mehr in der Innenstadt, sodass sie eine neue Heimat in Dransdorf findet.

  • 1983 erstmals erscheint das „Amtliche Telefonbuch Bonn-Siegburg. Durch die wachsende Zahl an Studierenden in Bonn wird Carthaus schnell zum Zulieferer der Universitätsverwaltung für Schreibwaren aller Art.

  • 1993 erscheint das Bonner Bürger-Buch erstmals in Kooperation mit der Stadt Bonn als Ergänzung zum Adressbuch.

  • 1996 Bonn wird neben New York, Genf und Wien zur UN-Stadt. Die zugezogenen UN-Organisationen vertrauen, wie damals die Bundesregierung, auf die hohe Qualität der Drucksachen aus dem Hause Carthaus.

  • 2009 JF Carthaus verlegt das Magazin der IHK Bonn/Rhein-Sieg. „Die Wirtschaft“ erscheint 10x pro Jahr in einer Auflage von ca. 40.000 Exemplaren und berichtet aus der Welt der kleinen, mittleren und großen Unternehmen der Region Bonn/Rhein-Sieg.

  • 2015 das Bonner Traditionsunternehmen richtet sich neu aus und konzentriert sich auf den Verlagsbereich.